Potsdamer Schlössernacht 2011

Die Potsdamer Schlössernacht findet jedes Jahr im August statt, beginnt am späten Nachmittag, dieses Jahr bei herrlichem Sonnenschein und ausgeprägtem Mückenflug, und endet nach Mitternacht mit einem wunderschönen Feuerwerk.

Schloß Sanssouci von der Parkseite. Die im Sommer meistens offenstehenden Glastüren sind der Abschluß von kleinen Nischen, in denen Feigenbäumewachsen.

Bei Kälte hat dann jeder Feigenbaum sein eigenes Treibhaus.

Am Springbrunnen kann man ungefähr erkennen, wie voll es am Beginn schon war.

1 ct für jedes Foto, was an dem Abend gemacht wurde, und ich wäre reich!

Die Beete waren schön bepflanzt, bei meinen bisherigen Sanssouci – Besuchen war ich immer etwas enttäuscht, weil es nur grüne Wiesen gab.

Dieses würde ich auch als Sommer- Pavillion nehmen, das chinesische Haus.

Es erstrahlte im schönsten Glanz, die Lichtverhältnisse waren günstig, die Sonne ging gerade unter.

Und hier könnte man dann sein Tässchen Tee trinken, aus feinstem Porzellan…

Im ganzen Park hat man immer wieder Leute gefunden, die gekleidet waren wie diese hier.

Das hatte manchmal etwas Flash- mob -artiges. Auf einmal standen mehrere Leute zusammen und fingen an, eine Theaterszene aufzuführen oder zu singen. Die Dame oben und der Herr unten haben einige Duette zum Besten gegeben.

Je nach Lust und Laune bleiben die Leute stehen oder gehen weiter.

Am Besten waren die beiden Edeldamen, die einen Herrn ansprachen, d.h. die eine sprach in an im Auftrag ihrer Freundin. Als sie meinte, der Herr dürfe jetzt ihrer Freundin die Reverenz erweisen, sah man deutlich die Fragezeichen auf seiner Stirn. Als er noch einmal dazu aufgefordert wurde, kam von ihm ein deutliches „Tach auch“.

Und in dem riesigen Park gab es dann immer noch Fleckchen, an denen nur wenige Menschen zu finden sind.

Die Park- Gärtnerei konnte man auch besichtigen. Sehr schön fand ich die Spinnenblume, die kannte ich bis dahin noch nicht, und der Mangold mit den bunten Stielen hatte es mir auch angetan.

Und dann kam die Dunkelheit. Erste Ermüdungserscheinungen an den Füssen traten auf.

Das Neue Palais mit einem der beiden Springbrunnen davor

Und dann der Versuch, Sanssouci by night zu fotografieren.

Das Feuerwerk um 00:30 war ein schöner Abschluss, der Heimweg problemlos, der Shuttlebus zum Parkplatz gut durchorganisiert. Kurz nach 2 waren wir zu Hause, müde, aber guter Stimmung.

Sonntagsausflug

 


Nachdem im Mai im Neuen Palais in Potsdam der frisch restaurierte Marmorsaal wieder eröffnet wurde, haben wir uns auf den Weg dorthin gemacht. Leider durfte man im Palais nicht fotografieren, und selbst wenn man gedurft hätte, es war von den Lichtverhältnissen sehr ungünstig.
Das Neue Palais befindet sich am Rand des Parks von Sanssouci und wurde unter Friedrich d.II. als Gästehaus genutzt. Kaiser Wilhelm d. II. hat dort dann allerdings auch gewohnt und viele Neuerungen veranlasst: Eine neue Heizungsanlage, elektrisches Licht und – o Wunder- er hat an den Schlafgemächern Badezimmer einbauen lassen, die alten Puderkammern mit viel Puder für Gesicht und Haare und einer kleinen Waschschüssel wurden von Badewannen mit fließendem warmen und kaltem Wasser abeglöst. (Ich frage mich nur, wie hat Majestät dann früher seine Notdurft verrichtet? Auf dem Nachttopf??)
Zur Größenorientierung: Nur unter der Kuppel im mittleren Teil des Schlosses befindet sich im ersten Stock der Marmorsaal, darunter ist der sogenannte Grottensaal, man kann darüber streiten, ob er kitschig ist oder nicht, auf jeden Fall ist er ein Kunstwerk aus Muscheln, Marmor und mineralischen Steinen.
Jeder Saal hat eine Grundfläche von 540 qm ( das entspricht 5 großen Wohnungen)m der Marmorsaal im 1. Stock hat eine Höhe von 16 m!

Kein Wunder, daß man auf die Idee kam, eine Heizungsanlage einzubauen, die nur die Zimmer und nicht die Säle beheizen konnte. Allein das Heizen der Zimmer hat am Tag eine unvorstellbare Menge Steinkohle benötigt, die genaue Summe habe ich leider vergessen.
Vom Park her sieht das Palais fast bescheiden aus:

Leider gibt es in dieser riesigen Parkanlage kaum Blumenbeete, auch die Rasenflächen sind eher Wiesen, das passt nicht so ganz zu den Schlössern.

Es wird auch für die nächsten Jahre noch viel zu restaurieren geben, so daß sich ein Besuch dort immer wieder lohnt. Berlintouristen, die denken, daß sie mal eben so an einem Nachmittag nach Potsdam fahren, um sich die Schlösser anzusehen, irren sich allerdings: Einen ganzen Tag kann man in dieser Stadt ohne Probleme verbringen.