Wien, 23.6.07

An diesem Tag hatte ich noch bis nachmittags Zeit, ich mußte erst gegen 16 Uhr am Flughafen sein, einer Kollegin ging es ebenso. Also hat man sich verabredet, das Gepäck am CAT-Bahnhof in Wien Mitte schon aufgegeben und sich mit Hilfe eines Stadtplans und der eigenen Füße auf den Weg zum Hundertwasserhaus gemachtEs war gut, daß wir zeitig dort waren,

es war ruhig in der Ausstellung. Es gab keine Leute, die vor den Bildern standen (außer uns).

Hundertwasser hat die Theorie vertreten, daß ebene Böden nicht natürlich sind. Im und vor dem Haus findet man hügelige, unebene Bden aus den unterschiedlichsten Materialien und Farben.

Außerdem war er ein Freund des „Baummieters“. Man soll am Haus, an der Fassade einem Baum Gelegenheit geben, sich festzuwurzeln. Der Baum zahlt seine Miete, indem er für frische Luft und ein angenehmes Ambiente sorgt, er spendet im Sommer Schatten, außerdem hätte die Hausfrau weniger zu putzen, weil er den Staub fernhält (das allerdings möchte ich so nicht unterschreiben).

Entspannen konnte man hier: In einem wunderschön angelegten Gartencafé, das die unterschiedlichsten Tische, Stühle und Bodenbeläge hatte. Angenehm schattig, mit schönen Blumen und einem netten Essen.

Wien, 22.6.07

In Wien war ich, das erste Mal überhaupt. Viel Zeit zum Schlendern war nicht, aber an einem Abend hatte ich ein Stündchen für mich alleine. Beim Spaziergang kam ich an dieser Kirche vorbei, die Karlskirche.

Ich sehe mir gerne Kirchen von innen an, diese hier lockte noch durch den Hinweis: „Panoramafahrstuhl“. Nachdem ich den nötigen Eintritt gezahlt hatte, war ich erst mal schockiert, als ich das Kirchenschiff betrat: Eine wunderschöne Kirche mit Deckenmalerei, offensichtlich gerade saniert, und in der Mitte ein riesiges Baugerüst und ein Fahrstuhl dazu. Also: rein in den gläsernen Fahrstuhl, der mich nach oben in die Kuppel brachte. Nicht ganz nach oben, der Rest des Weges mußte auf einer Treppe zurückgelegt werden, ich habe nicht gezählt, aber ich schätze mal, sie entsprach 4 Etagen. Das wäre ja nicht so schlimm gewesen, es war an dem Tag jedoch richtig heiß, und dort oben war es noch heißer. Auch das hätte sich noch ertragen lassen, schwitzt man eben ein bißchen, hat man ja so oder so schon. Aber: Dieses Gerüst vibrierte und schwankte. Die einzelnen Bodenplatten waren- vorsichtig ausgedrückt- von einer gewissen Elastizität, es war aber so verlockend, einmal so nah an diesen wunderschönen Malereien zu sein, daß der Gedanke an schwindelerregende Höhen und Abstürze verdrängt wurde.
Die Belohnung dafür war dieser Ausblick:

Und man hatte einen Rundum-Blick auf die Stadt, der wirklich beeindruckend war.